Raum schaffen - Warum unser Nervensystem auf „zu viel“ reagiert
Ich habe die letzten Tage so Einiges ausgemistet: Kleidung, Schuhe, Deko an den Wänden. Ich mache das regelmäßig und glaube das ist kein einmaliger Zustand, sondern ein wiederkehrender Prozess.
Dieses Gefühl von Leichtigkeit, das mich überkommt, wenn Räume und Flächen aufgeräumt, geräumig und gut strukturiert sind, ist kaum zu beschreiben.
Es gibt mir Energie und Motivation.
Und vor allem: mentalen Raum.
Für Ruhe. Für Entspannung. Für Klarheit.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch: Wenn plötzlich etwas leichter wird. Nicht nur im Außen – sondern auch in dir.
Warum ist das so?
Unser Nervensystem reagiert auf Reize. Und oft merken wir gar nicht, wie viele davon wir tagtäglich aufnehmen. Volle Räume, herumliegende Dinge, zu viele Farben, zu viele Aufgaben, zu viele offene Schleifen im Kopf. Unser System scannt ständig: Was ist wichtig? Was braucht Aufmerksamkeit? Wo ist noch etwas offen?
Wenn alles „zu viel“ wird – im Außen oder Innen – entsteht schnell ein Gefühl von Enge. Unruhe. Müdigkeit. Das Gefühl, nicht richtig zur Ruhe zu kommen.
Wenn plötzlich mehr Raum entsteht, passiert oft etwas Faszinierendes: Unser Nervensystem bekommt ein Signal von Sicherheit. Weniger Reize bedeuten oft auch weniger innere Alarmbereitschaft.
Mehr Raum im Außen kann uns helfen, auch innen wieder mehr Raum zu spüren.
Ein Reflexionsimpuls für dich
- Wo wünschst du dir gerade mehr Raum?
- Was fühlt sich eng an?
- Und was könnte – ganz konkret – ausgemistet werden?
Vielleicht ein voller Schrank. Vielleicht dein Kalender. Vielleicht eine Erwartung. Ein Gedanke. Eine Verpflichtung, die längst nicht mehr zu dir passt.
Ein kleiner praktischer Impuls (max. 15 Minuten)
Schließe für einen Moment deine Augen.
Atme ein. Und wieder aus.
Frage dich: Wo wünsche ich mir gerade mehr Raum?
Vielleicht taucht ein Ort auf. Ein Zimmer. Ein ganz kleiner Platz. Vielleicht dein Kalender. Deine To-do-Liste. Oder etwas in deinem Inneren.
Und dann: Schaffe Raum.
Ganz klein. Ganz konkret.
Räume eine Ecke auf. Streiche einen Termin. Verschiebe etwas. Lege etwas weg. Sage innerlich Nein zu etwas, das gerade zu viel ist.
Und dann spüre nach:
Wie fühlt sich das an?
Ich wünsche euch viel Freude beim Raum schaffen.
Alles Liebe,
Katrin