Zuhören - ein unterschätztes Geschenk
Ergeht es dir manchmal auch so: Du möchtest deiner besten Freundin oder Freund, deinem Partner oder Partnerin oder einem Familienmitglied etwas erzählen, das dir wichtig ist. Vielleicht sogar etwas, das dir Sorgen macht.
Und nach den ersten zwei Sätzen beginnt dein Gegenüber, von seiner eigenen Geschichte zu erzählen.
Nicht unbedingt, weil er oder sie unhöflich ist oder kein Feingefühl hat. Sondern vielleicht, weil es uns in der heutigen Zeit immer schwerer fällt, einfach nur präsent zu sein und zuzuhören.
Ohne zu unterbrechen.
Ohne sofort zu bewerten.
Und auch ohne direkt Ratschläge zu geben.
Dabei ist genau das oft eines der größten Geschenke, die wir uns gegenseitig machen können:
Zeit schenken.
Raum geben.
Und wirklich zuhören.
Ich ertappe mich selbst übrigens auch immer wieder dabei, zu schnell reagieren zu wollen – zu unterbrechen oder sofort unterstützen zu wollen.
Was mir dabei hilft, bewusster zuzuhören:
1. Drei ruhige Atemzüge nehmen
Ein kurzer Moment, um im Hier und Jetzt anzukommen und das eigene Gedankenkarussell zu verlangsamen.
2. Eine einfache Frage stellen
„Was brauchst du gerade von mir?
Soll ich einfach zuhören oder wünschst du dir auch Unterstützung?“
3. Ablenkungen bewusst ausschalten
Das Handy weglegen und sich ganz auf den Menschen vor mir konzentrieren.
Ich glaube, viele Missverständnisse könnten gar nicht erst entstehen, wenn wir uns wieder mehr Zeit füreinander nehmen würden.
Mehr zuhören.
Mehr Raum lassen.
Und manchmal reicht am Ende auch einfach zu sagen: Ich sehe dich. Ich höre dich. Ich bin hier für dich.
Alles Liebe,
Katrin